EXPONAT DES MONATS - APRIL 2015 | PAVILON SKLA PASK KLATOVY

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EXPONAT DES MONATS - APRIL 2015
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Exponat des Monats - April 2015

Exponate des Monats – April

Inspiration durch historische Formen

Die Produzenten von Jugendstilglas ließen sich oft von Formen der Vergangenheit inspirieren und gaben diesen einen neuen ästhetischen Ausdruck. Auch die Firma Lötz machte keine Ausnahme. Die historische Inspiration in der Produktion der Firma können wir an zwei vor 1900 produzierten Beispielen zeigen.

Links:

Tulpenvase

Die Form wurde hier durch Tulpenvasen aus dem 17. und 18. Jh. inspiriert, die von den Fayence-Manufakturen im niederländischen Delft produziert wurden. Die Firma Lötz passte die Grundform dem Glasmaterial frei an und ließ im Juni 1899 ein neues Muster in zwei Größen bei der Handels- und Gewerbekammer in Pilsen registrieren. Die kleinere Vase (Bild) ist 6 Zoll hoch (ca 15 cm) und hat fünf Öffnungen für Blumen, die andere höhere ist 10 Zoll hoch (ca 25,5 cm) und hat sieben Öffnungen für Blumen. Die größere hatte die Prod. Nr. I-7891/10“, die kleinere I-7891/10“ (im Jahre 1900 auch die Prod.Nr. II-94). Der Rand dieser Vasen wurde in der Glashütte beim Ofen in einer speziellen Metallform geformt. Die kleinere Vase wurde in mehreren Dekor-Varianten produziert – Olympia, bronze glatt und Papillon. Auf dem Bild sehen wir die Dekor-Ausführung creta Papillon. Dieses Dekor wird in der Bestellung der Londoner Firma Max Emanuel & Co. im Jahre 1899 vermerkt (Prod.Nr. Com. 346/718). Bei der kleineren Vase wurde noch die Dekor-Variante creta Rusticana mit einer Schlange umwickelt, die in den Henkel übergeht. Bei größeren Vasen wurde ein breiteres Spektrum der Dekore belegt, einschließlich einiger Varianten des Dekors Phänomen. Dieser Vasen-Typ war vor allem in den Jahren 1899-1900 populär.

Rechts:

Vase – Behälter für Rosenwasser

In der islamischen Welt wurden über Jahrunderte lang Behälter zum Versprühen von Rosenwasser genutzt (Rosenwassersprenger) – mit vielen Formen und aus verschiedensten Materialien. So wurden auch viele spezifische Arten für dieses Glas entwickelt , die über einen bestimmten Zeitraum in einem Gebiet genutzt wurden. Vor allem in Persien wurden so im 18. - 19. Jh. Glasbehälter für Rosenwasser produziert – charakteristisch mit ihren runden Formen, langen Hälsen und Rändern, die als Blatt oder Blüte geformt wurden. Gerade durch die Formen dieser Behälter ließ sich in den Neunzigern des 19. Jh. der amerikanische Glasproduzent Louis Comfort Tiffany inspirieren und fing an Vasen in ähnlichen Formen aus Glas zu produzieren mit irisierten Oberflächen. Die Form und das Dekor fanden Interesse und die Kunden fingen an ähnliche Produkte auch bei der Firma Lötz zu bestellen. Zu den ersten Kunden zählt wohl auch die Handelsgesellschaft Max Emanuel & Co. aus London. Und so wurde in der Glasfabrik in Klášterský Mlýn spätestens ab 1898 ein breites Spektrum dieses Vasentyps in vielen Dekoren produziert. Die Vase auf dem Bild ist die Ausführung creta glatt, die Prod.Nr. ist nicht genau identifiziert – es handelt sich wahrscheinlich um eine Variante der Produktionsnr. Com. 346/389 aus dem Jahre 1898.
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