EXPONAT DES MONATS - MAI 2015 | PAVILON SKLA PASK KLATOVY

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EXPONAT DES MONATS - MAI 2015
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Exponat des Monats - Mai 2015

Die ein bisschen unauffällige Vase

In der PASK-Ausstellung steht in der dritten Abteilung eine unauffällige, jedoch in Form und Dekor sehr interessante Vase. Sie befindet sich in der Gruppe des Papillon-Dekors, konnte aber genauso gut ein Stück weiter in die achte und neunte Abteilung unter Entwürfe der Künstlerin Marie Kirschner (1852-1931)gestellt werden, weil sie auf dem Boden ihre Signatur "MK" (Bild) trägt. Der ursprüngliche Entwurf dieser Vase stammt von 1901, die Künstlerin bestellte jedoch diese Form bei der Glasfabrik mindestens bis 1904.

Der ursprüngliche Papierschnitt ist unter den Bestellungen Marie Kirschner nachgewiesen (Produktionsnummer 1090/22). 1902 kam die Vase aber auch in die übliche Produktion über (Produktionsnummer II-2/441), was an den Hinweisen auf Schnitten ablesbar ist. Erzeugt wurde die Vase in zwei Größenvarianten - ursprünglich war sie von einer Höhe etwa 115 mm (seit 1901, die Vase in der Ausstellung) und später, etwa in den Jahren 1903-1904, erschien sie auch größer, mit einer Höhe von ca. 220 mm. Bekannt ist sie (den Archivdokumenten sowie erhaltenen Stücken nach) in einer ganzen Reihe von Dekorvarianten: cobalt Papillon (die Vase in der Ausstellung), candia Papillon, candia Silberiris, creta Norma, Heliotrop, matt Iris. Es kann aber mit Gewissheit vorausgesetzt werden, dass diese Aufzählung nicht vollständig ist.

Marie Kirschner

Die böhmisch-deutsche Künstlerin wurde am 7. Januar 1852 in Prag geboren, wo sie mit dem Privatstudium der Malerei begann. Später studierte sie an Kunstakademien und bei Privatlehrern in Wien, München und schließlich in Paris, wo sie 1874 eine sehr erfolgreiche Bilderausstellung hatte. Oft machte sie Reisen, 1887-1914 lebte meistens in Berlin. Seit den 80er Jahren des 19. Jh. widmete sie sich auch dem Interieurdesign - sie entwarf Möbel, Textilien usw. In den 90er Jahren des 19. Jh. befreundete sie sich mit der Familie Spaun und 1897 entwarf sie die ersten Gläser für die Glasfabrik und begann sich mit Glas systematisch zu beschäftigen. In den folgenden Jahrzehnten ließ sie da Gläser nach eigenen Entwürfen realisieren, welche sie dann in eigener Regie verkaufte. Es waren fast 300 verschiedene Entwürfe. Außerdem wurden einige von ihren Designes auch im Rahmen des üblichen Sortiments der Firma Johann Lötz Witwe erzeugt. Ihr Schaffen beeinflusste sogar die Produktion der Glasfabrik. Die letzten Bestellungen Marie Kirschner sind im Firmenarchiv für das Jahr 1927 nachgewiesen.

Bestellungen der Künstlerin auf Seiten eines Rechnungsbuchs

Die Bestellungen Marie Kirschner sind auch auf den Seiten der seltenen erhaltenen Rechnungsbüchern zu finden, welche heute im Staatlichen Bezirksarchiv in Klatovy im Archivfond Johann Lötz Witwe aufbewahrt werden. Bei einer eingehenden Forschung vermitteln uns die Rechnungsbücher eine tiefere Einsicht in die Produktion und in das gesamte Funktionieren der Glasfabrik in Klášterský Mlýn.
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